
Die Krise am Hopfenmarkt hinterlässt zunehmend Spuren im deutschen Anbau. Nach Jahren sinkender Nachfrage und anhaltend niedriger Preise werden weitere Hopfenfelder gerodet, immer mehr Erzeuger ziehen sich zurück. Für 2026 rechnet der Verband Deutscher Hopfenpflanzer mit einem weiteren deutlichen Rückgang der Anbaufläche.
Nach der aktuellen Flächenerhebung soll die deutsche Hopfenfläche um 1.101 Hektar oder 5,81 Prozent schrumpfen. Damit würden bundesweit noch 17.861 Hektar bewirtschaftet. Bereits zwischen 2023 und 2025 war die Anbaufläche um knapp zehn Prozent zurückgegangen.
Die wirtschaftlichen Folgen zeigen sich auch bei den Betrieben. Im Vergleich zum Vorjahr haben 62 Hopfenpflanzer den Anbau vollständig aufgegeben. Damit wird es 2026 noch 904 Hopfenbaubetriebe in Deutschland geben. Die Höfe werden überwiegend als Familienbetriebe geführt. Auslöser der Entwicklung ist die angespannte Marktlage. Weltweit wird seit Jahren weniger Bier getrunken. Der Bedarf an Hopfen sinkt, während hohe Lagerbestände den Markt zusätzlich belasten. Nach Angaben des Verbands müssen Hopfenpflanzer ihre Ernte teilweise unter den Herstellungskosten verkaufen.
Den größten Anteil am Flächenabbau haben die Sorten Perle, Hallertauer Tradition und Hallertauer Magnum. Auf sie entfallen rund 915 Hektar des diesjährigen Rückgangs. Vor allem bei den Aromasorten Perle und Hallertauer Tradition sei eine Verringerung der Produktionsmengen aufgrund der Überversorgung seit Jahren notwendig, so der Verband.
Auch bei den Bitterhopfen wächst die Sorge vor einer Überversorgung. Der bisherige Flächenrückgang bei Hallertauer Magnum scheint nach Einschätzung des Verbands nicht auszureichen, um den Markt zu entlasten. Befürchtet wird, dass künftig auch Rodungen bei der Haupt-Bittersorte Herkules notwendig werden könnten. Zusätzlichen Druck erzeugt demnach der Wettbewerb mit amerikanischen Bitterhopfen.
Trotz der aktuellen Krise bleibt Deutschland der weltweit wichtigste Hopfenproduzent. Mehr als ein Drittel der globalen Hopfenproduktion entfällt auf die Bundesrepublik. Neben den USA und der Tschechischen Republik zählt Deutschland zu den zentralen Lieferanten der internationalen Brauwirtschaft. Ein großer Teil der heimischen Ernte geht in den Export, nahezu der gesamte Hopfen wird für die Bierherstellung verwendet.
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