
Die Brauerei Veltins hat das erste Halbjahr 2026 trotz des schwierigen Marktumfelds mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Der Gesamtausstoß stieg um 1,3 Prozent auf 1,8 Millionen Hektoliter. Dabei konnten die Innovationen „Helles Pülleken“ und „Veltins Lager“ sowie die Marke Karamalz Verluste bei der Kernmarke Veltins ausgleichen. Bereinigt um Karamalz, das erst seit Jahresbeginn zum Portfolio gehört, ist allerdings ein Mengenminus von 2,5 Prozent zu verzeichnen.
Während der nationale Biermarkt unter der schwachen Konsumstimmung und hohen Kostenbelastungen litt und in den ersten fünf Monaten um 3,9 Prozent oder 1,25 Millionen Hektoliter rückläufig war, konnte Veltins seine Marktposition stärken.

Hohe Energiepreise, gestiegene Rohstoffkosten, Tarifabschlüsse, steigende Logistikaufwendungen sowie ein intensiver Wettbewerb seien für viele Brauereien zum grenzwertigen Kostentreiber geworden, erklärt Dr. Volker Kuhl, Sprecher der Geschäftsführung. Für Veltins zahle sich in diesen Zeiten aus, dass die Brauerei seit Jahren auf Kontinuität statt kurzfristige Effekte setze.
Kernmarke Veltins verliert an Menge
Mit einem Ausstoß im ersten Halbjahr von 1,2 Millionen Hektolitern bleibe die Stamm-Marke Veltins über alle Sorten und Gebinde hinweg trotz eines Rückgangs um 4,3 Prozent das „Absatzfundament“ und „wirtschaftliche Rückgrat“ des Unternehmens. Die hohe Bekanntheit und starke Präsenz in Handel und Gastronomie sichere ihre Stellung im wichtigsten Sortensegment des deutschen Biermarkts. Auch der Biermix V+ bleibe mit einem Ausstoß von 165.700 Hektolitern (-2,7 %) „eine wichtige Säule des Sortiments“.
Als „Wachstumstreiber“ sieht das Management seine 2020 eingeführte Spezialität „Helles Pülleken“. Zu dem Plus von 10,8 Prozent auf 208.300 Hektoliter hätten auch die Sortenergänzungen Zitrönken und Alkoholfrei beigetragen, heißt es. Beide Varianten sollen zusätzliche Konsumanlässe bedienen und die Markenwahrnehmung über das klassische Hellbiersegment hinaus stärken.

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, entwickelte sich auch das Veltins Lager mit einem Zuwachs von 5,2 Prozent „erfreulich“. Zwei Jahre nach dem Launch wurde ein Ausstoß von 27.300 Hektolitern erreicht. Aufwärts ging es auch für die alkoholfreien Veltins Fassbrausen. Mit einem Plus von 5,0 Prozent auf 71.700 Hektoliter setzten sie ihr Wachstum fort.
Position im alkoholfreien Segment stärken
Erstmals steuerte Karamalz mit 64.500 Hektolitern einen nennenswerten Beitrag zum Gesamtausstoß bei. Mit der zu Jahresbeginn von der Eichbaum Brauerei übernommenen Marke will Veltins nach eigenem Bekunden sein Portfolio über den klassischen Biermarkt hinaus erweitern und seine Position im alkoholfreien Segment stärken. Ohne die Marke hätte Veltins insgesamt ein Minus von 2,5 Prozent hinnehmen müssen.
„Unser Portfolio lebt von seiner Vielfalt. Erfolgreiche Innovationen ersetzen nicht unsere Kernmarken, sondern eröffnen zusätzliche Wachstumsperspektiven,“ erklärt Marketinggeschäftsführer Fabian Veltins. Die etablierten Marken indessen würden für Stabilität und wirtschaftliche Verlässlichkeit sorgen.
Marktbereinigung setzt sich dauerhaft fort
Für die zweite Jahreshälfte erwartet Veltins keine grundlegende Veränderung der Marktbedingungen. „Die wirtschaftlichen Unsicherheiten und der strukturelle Wandel in der Brauwirtschaft werden die Branche weiterhin begleiten“, glaubt Vertriebsgeschäftsführer Rainer Emig. Die Marktbereinigung, die bereits im ersten Halbjahr die Branche erschütterte, werde sich fortsetzen. „Viele Brauereien sind in eine gefährliche Schere von Kostendruck bei gleichzeitig sinkenden Absätzen geraten“, erklärt Dr. Volker Kuhl. „Der deutsche Biermarkt wird eine harte Selektion durchlaufen.“
Während Großbrauereien durch Skaleneffekte die Effizienz der Brauwirtschaft vorantreiben, geraten Brauereien kleiner und mittlerer Größe mit ausnahmslos regionaler Ausrichtung massiv unter Druck. „Die Konsolidierung der Brauwirtschaft im Jahr 2026 hat eine neue Qualität erreicht. Es geht nicht mehr um ein temporäres Tal, das durchgestanden werden muss, sondern um eine dauerhafte Marktbereinigung“, so Kuhl. Zukunftsgewandte Brauereien könnten die Krise aber „als veritable Chance nutzen“.
Der Beitrag Veltins wächst im schwächelnden Markt erschien zuerst auf Aktuelle Nachrichten aus der Getränkeindustrie.
Quelle: https://getraenke-news.de/veltins-waechst-im-schwaechelnden-markt/