
Der Bamberger Bierspezialitätenhändler Bierothek steht vor einer ungewissen Zukunft: Das Amtsgericht Bamberg hat am 13. April die vorläufige Insolvenz sowohl für die Bierothek GmbH als auch für die Bierothek Marketplace GmbH angeordnet. Als vorläufige Insolvenzverwalter wurden Rechtsanwalt Peter Roeger für die Bierothek GmbH sowie Holger Christian Buehler für die Marketplace-Gesellschaft bestellt.
„Der Geschäftsbetrieb läuft aktuell weiter. Alle Bestellungen über den Onlineshop werden wie gewohnt bearbeitet, der Handel über den Marketplace ist ebenfalls weiterhin möglich“, erklärt Roeger. Buehler ergänzt: „Ziel aller Beteiligten ist es, eine tragfähige Perspektive für die Zukunft zu entwickeln. Wir prüfen alle Optionen, um eine Lösung im Sinne des Unternehmens, der Kunden und auch der Gläubiger zu erreichen.“
Die Insolvenz fällt in eine Phase struktureller Veränderungen im Unternehmen. Die Bierothek reagiert nach eigenen Angaben auf einen anhaltenden Rückgang im stationären Bierfachhandel sowie auf verändertes Konsum- und Einkaufsverhalten. Seit 2020 sei die Zahl der Fachgeschäfte deutlich gesunken, gleichzeitig habe sich auch das Franchise-Netz der Bierothek verkleinert – von 17 Filialen in der Spitze auf zuletzt vier.
Vor diesem Hintergrund treibt das Unternehmen seit einiger Zeit den Umbau hin zu einem digital ausgerichteten Geschäftsmodell voran. Dazu gehört der Ausbau des europaweiten Online-Handels sowie die Etablierung eines Marktplatzes, über den Brauereien ihre Produkte direkt vertreiben können. Parallel wurden Strukturen für den grenzüberschreitenden Versand in mehreren europäischen Ländern aufgebaut.
Auch auf Gesellschafterebene gab es zuletzt Veränderungen: Mitte 2025 hatte Warsteiner eine zuvor gehaltene Mehrheitsbeteiligung an der Bierothek Group wieder abgegeben. Unternehmer Günter Wiskot übernahm die Anteile. Wiskot ist über die Blafoc Black Forest Consulting GmbH aktiv und gilt als langjähriger Wegbegleiter von Bierothek-Gründer Christian Klemenz.
Die nun eingeleitete Restrukturierung soll die Transformation beschleunigen und die gewachsenen Strukturen der Unternehmensgruppe verschlanken. Ziel ist es, Investoren zu gewinnen und das digitale sowie internationale Geschäft weiter auszubauen.
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Quelle: https://getraenke-news.de/bierothek-geht-in-die-insolvenz/